Der “New Work”-Begriff
Wir leben leben das, wovon andere aktuell “nur” sprechen: New Work. Dahinter verbirgt sich beispielsweise die Annahme, dass Entscheidungen dort getroffen werden sollten, wo die Kompetenz dafür vorhanden ist. Und das ist nicht immer beim Chef. So gesehen besitzt die Gruppe kaum Hierarchien, zumindest keine künstlichen. Wer leistet, dessen Meinung ist gefragt. Titel dagegen sind Schall und Rauch. Es ist kein Geheimnis, dass sich immer mehr Manager fragen, wie sie ihr Unternehmen in eine digitale Zukunft führen können – manchmal auch in eine New Work-Kultur mit geringen bis keinen Hierarchien. Klar: Zettel und Schreibmaschine wurden schon vor Dekaden gegen MacBooks getauscht. Grafiktabletts ersetzen des Arters Zeichenbrett. Digitalisierung hat aber viel mehr Facetten, darunter auch die der “ständigen Erreichbarkeit” und der gewählten Arbeitskultur.

Dass die neue und alte Arbeitswelt regelmäßig kollidieren – vor allem bei den eben genannten Aspekten der ständigen Erreichbarkeit und der Arbeitskultur – ist ein oft genannter Kritikpunkt. Mitarbeiter haben von 9 bis 18 Uhr im Büro zu sein, sie werden schließlich für ihren Hintern bezahlt. Gleichzeitig wird es gern gesehen, wenn sie abends noch ihre Mails beantworten und im Urlaub ans Handy gehen. Dies ist das Beispiel einer kulturell destruktiven Digitalisierung, die mit New Work so viel gemein hat wie Elefant mit Maus. Es kommt darauf an, ein Umfeld des Vertrauens, der freien Zeit- und Raumeinteilung zu schaffen. Damit ist auch Home Office gemeint. Im Gegenzug, ja, dürfen die Mitarbeiter auch abends ihre Mails lesen. Aber für Ausgleich können sie selbstständig sorgen. Im Idealfall kümmern sich die Kollegen im Team darum, dass sich niemand selber ausbeutet. Dazu neigt der Mensch nämlich, auch aufgrund alteingesessener Verhaltensmuster und sozialer Erwünschtheit. Das sind jedoch alles nur Teilaspekte.

Also: Was ist New Work, wie hilft es Unternehmen und kann ich es schmerzfrei etablieren? Wie zeichnet sich richtige Transparenz aus? Wie funktioniert Karriere ohne Leiter, wie Führung ohne Pyramide? Darauf gibt es keine schnelle Antwort, eher eine Reihe von Erfahrungswerten, ausgewählten Tipps und eine geübte Begleitung auf dem Weg zum Ziel. Es ist vor allem eine Reise, die man gemeinsam mit dem Team geht, und die jedes Unternehmen selbst gehen muss.

Transparenz bedeutet bei uns das Teilen von monatlichen Umsatzzahlen, Erfolgsmeldungen und Lob – aber auch negative Aspekte. Umsatzeinbußen, direkte Kritik an Chef oder Kollegen und interne Probleme werden ebenso ungefiltert angesprochen. Wir arbeiten ständig daran, faires Feedback zu erteilen und anzunehmen. Es ist nicht immer alles schön in der Welt des New Work. Vielmehr bedarf es Vertrauen, einer gewissen Selbstreflektion der Mitarbeiter und den Wunsch nach stetiger Verbesserung. Das geht nicht immer ohne Debatte, dafür aber stets “Hand in Hand” und meistens ohne Bauchschmerzen. Aktuell arbeiten wir an der Einführung einer Gehaltsformel, die dafür Sorge tragen soll, dass Einkommen fair und nachvollziehbar für alle angepasst werden. Unsere Diskussionen gehen dabei über “ist das etwas für uns ja/nein” hinaus. Wir haben intern eine Testgruppe und gelangen so zu Insights von Machbarkeit und Variablen bis zu Feedback und Stimmung der Mitarbeiter – ein Jahr nach ihrer Einführung. Wir wissen aus eigener Erfahrung: Der Spagat zwischen dem Wunsch, etwas im Unternehmen zu verändern und dem Kampf gegen angestaubte Strukturen ist eine große Herausforderung.

Personen/Speaker aus der Ministry Group
R. David Cummins: Ursprünglich aus den USA ist David 1992 nach Deutschland gezogen, um seine Literatur. und Linguistikstudium zu beenden. 1996 begann seine Karriere mit Fokus auf Softwareentwicklung und Teamführung. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter der MINISTRY Group, verantwortlich für technische Innvation, Agile Prozesse sowie Modernes Management und Führungsthemen. David spricht regelmäßig zu New Work-Themen, z. B. bei den New Work Sessions Wolfsburg, auf der New Work Future Konferenz, auf der TEDxTUHH und bei Personalertreffen z. B. Selbst GmbH; ist geduldiger Interviewpartner (u.a. brand eins, NDR, Sat1), Mitgründer der Hacker School und Autor.

Andreas Ollmann: Inhaber und Geschäftsführer der Ministry Group und Leiter des Arbeitskreises “Digitale Transformation” der Digital Analytics Association. Andreas Ollmann studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen. Er moderiert und leitet regelmäßig Diskussionsrunden zum Thema Digitale Transformation, unter anderem auf der CeBIT oder der New Work Future Konferenz. Aufgrund seiner vielschichtigen Erfahrungen zur Digitalen Transformation ist Andreas Ollmann zudem ein gefragter Redner und Interview-Partner verschiedener Medien wie brand eins, Werben & Verkaufen, NDR oder Hamburg1. Den Nachwuchs fördert Andreas Ollmann als einer von drei Gründer der Hacker School.

Antje Kroon: Strategic Planner bei zwhy und in der Unternehmensführung der Ministry Group. Sie hat neben einem Abschluss als Kommunikationswirtin auch noch ein Studium der Wirtschaftspsychologie. Schon mit dem Start ins Arbeitsleben hinterfragte sie oft klassische Führungsstile und eckte ganz gerne mal damit an, wenn sie Freiraum einforderte oder Entscheidungen hinterfragte, die “einfach so” getroffen wurden. Bei der Ministry Group kann sie seit 2015 ihre Kenntnisse aus Psychologie und Wirtschaft sowohl in ihrem Job als Plannerin als auch als Teil der Unternehmensführung einsetzen, sich einbringen und damit das Unternehmen weiterentwickeln. Als gefragte Speakerin u.a. bei 12min.me, der OMR oder Zukunft Personal hält sie Vorträge darüber, wie neue Karrierewegen im Rahmen von New Work aussehen können und wie sich Strukturen verändern müssen, um mehr Kreativität zu ermöglichen und damit bessere Kommunikation zu erschaffen.

Veröffentlichungen, Bücher, Events, usw
Auch in den Medien wurde über die Ministry Group und unseren New Work Ansatz geschrieben: brand eins, Horizont, New Business, Capital, Hamburg 1, NDR, Faktor A, Nushu

Beiträge über uns zum Thema New Work sind in den folgenden Büchern erschienen:

Agiler führen - Svenja Hofert - 2016
Weil Führung sich ändern muss - Ayberk, Krazter, Linke - 2016
Das kollegial geführte Unternehmen - Bernd Oestereich & Claudia Schröder 2017
Fit for New Work - Brandes, Thielecke - 2018
New Pay - Franke, Hornung, Nobile - 2019

Ministry of Worklife Netzwerk
Wir haben in den letzten sechs Jahren New Work viel ausprobiert und gelernt. Dies geben wir weiter im Ministry of Worklife, einem Netzwerk von Unternehmerinnen und Unternehmern bzw. Führungskräften und Gestaltern, die ihre Firmen fit machen wollen für die Herausforderungen der Digitalisierung. Mehr über diese New Work Peergroup unter https://worklife.ministry.de/

New Work Future Konferenz Mit der Konferenzreihe New Work Future geben wir Unternehmerinnen und Unternehmern, Führungskräften und Menschen, die Unternehmen aktiv gestalten, regelmäßig spannende Einblicke in die “Zukunft der Arbeit”. Welche Trends kommen auf Unternehmen zu und was bedeuten diese Veränderungen für uns? Diskutieren Sie darüber mit Praktikern und Kolleginnen! Die New Work Future bietet die Plattform für praxisnahen Erfahrungsaustausch und die Entwicklung eigener Lösungen. Wir freuen uns regelmäßig auf visionäre Unternehmer und New Work Experten, die uns in Impulsvorträgen anschaulich und anfassbar inspirieren. Mehr Informationen und Anmeldung für die nächste NWF am 11. + 12. Juni 2020 unter https://www.newworkfuture.de